17 Dinge, die man für den eigenen Webshop unbedingt beachten sollte

17 Dinge, die man für den eigenen Webshop unbedingt beachten sollte

Online-Shops spielen in der heutigen Zeit eine immer größere Rolle. Um einen groben Überblick zu bekommen, an welche Dinge man von Beginn an achten sollte, haben wir folgende Punkte als Anregung für die Planung und Umsetzung zusammengestellt:

1. Usability, Übersichtlichkeit, Intuitive Bedienung

Wie für jede Website gilt auch hier: Der User muss sich im Webshop gut zurechtfinden können. Dies mag zwar logisch klingen, ist aber nicht bei allen Webshops der Fall. Ein möglicher Käufer muss unkompliziert seine gewünschten Produkte finden können, und ohne komplexe Prozesse zum Kaufabschluss kommen können.

2. Mobile Nutzung

Im Jahr 2020 mag dies zwar selbstverständlich klingen, ist es aber leider manchmal nicht: Wer mobile Nutzer ignoriert, wird wertvolle Kunden verlieren. Ein Großteil der Internetnutzer ist auf dem Smartphone unterwegs. Selbst wenn am Handy (noch) nicht bestellt wird, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der erste Besuch über ein mobiles Gerät erfolgt. Werden Produkte gefunden, die Interesse wecken, wird dann möglicherweise später am Desktop-PC der Bestellprozess durchgeführt. Ist allerdings der erste Eindruck über den mobilen Browser nicht zufriedenstellend, wird der Shop gar nicht mehr besucht.

3. Ladegeschwindigkeit

Wie auch bei anderen Webseiten, sollte die Ladezeit des Online-Shops so gering als möglich sein. Braucht eine Seite mehrere Sekunden zum Laden, wird sich ein Besucher dazu entscheiden, bei einem anderen Shop zu bestellen. Unter anderem wurden 2006 von Amazon dazu Versuche mithilfe von A/B-Tests durchgeführt. Das Ergebnis: Braucht eine Seite 100ms länger zu laden, sinkt die Conversion-Rate um 1%.[1]

4. Produkte sinnvoll strukturieren und kategorisieren

Werden im Online-Shop viele verschiedene Produkte angeboten, ist es notwendig, diese sinnvoll zu kategorisieren. Die Kategorien sollten so gewählt werden, dass diese auch langfristig Sinn ergeben. Sollten weitere Produkte dazukommen, sollten diese nahtlos in die bestehende Struktur integriert werden können.

5. Produktbilder, Produktbeschreibung und strukturierte Daten

Ein Shop ist nur dann ansprechend, wenn gute Produktbilder verwendet werden. Ein potentieller Kunde will sehen, was er kauft. Daher sind unscharfe und zu kleine Bilder ein No-Go. Um das volle Potential von Suchmaschinen auszunützen, ist es auch notwendig, individuelle Produktbeschreibungen zur Verfügung zu stellen. Werden schlicht die 0815-Beschreibungen vom Produkthersteller übernommen, konkurriert man mit allen anderen Verkäufern dieses Produktes, die den Text vom Hersteller ebenso 1:1 übernommen haben. Google wertet die Inhalte – weil sie eine Kopie sind – als Duplicate-Content und reiht die Seiten unter Umständen in den Suchergebnissen weiter hinten ein.

Ebenso kann es sinnvoll sein, sogenannte strukturierte Daten für die Produkte auszugeben. Dadurch ist es möglich, dass Suchmaschinen die Produktseiten auch tatsächlich als Produkte wahrnimmt, und so entsprechend in den Suchergebnissen reihen und darstellen kann.

6. Verwandte Produkte / Andere kauften auch

Immer häufiger wird versucht, Cross-Selling zu betreiben. Dabei versucht man, dem Kunden beim Kauf eines Produktes weitere passende Produkte zu verkaufen. Typische Beispiele dafür sind Funktionen wie „Andere kauften auch …“ oder „Verwandte Produkte“. Dem Kunden wird dabei präsentiert, welche Produkte es sonst noch gibt und für ihn relevant sein könnten.

7. Payment-Provider

Bei der Planung des eigenen Online-Shops sollte sich auch über die Zahlungsmöglichkeiten Gedanken gemacht werden. Relativ einfach lassen sich Bezahlungen via Rechnung, Vorauskasse, Nachnahme, Lastschrift und ggf. PayPal umsetzen. Für Zahlungen über Kreditkarte oder Sofortüberweisung, wird ein sogenannter Payment-Provider notwendig sein. Dieser kümmert sich um die Abwicklung der Zahlungen. Da für diese Services seitens Payment-Provider einige Vorabprüfungen durchgeführt werden, sind hier einige Wochen einzuplanen, bis diese Zahlungsvarianten überhaupt einsetzbar sind.

8. Shop-System

Ist einmal ein Shop-System ausgewählt und implementiert, ist es schwer, nachträglich zu wechseln. Daher sollte von Anfang an genau überlegt werden, welches zum Einsatz kommen soll. Mögliche Entscheidungskriterien neben dem Preis können sein, welche Schnittstellen es anbietet – sei es zu einem Payment-Provider, Buchhaltung, eines Warenwirtschafts- oder CRM-Systems, als auch einem Newsletter-Service. Ebenso kann relevant sein, ob – und wie einfach – eigene Zusatz-Funktionalitäten implementiert werden können.

9. Sprache

Bei der Planung des eigenen Shops, sollte sich von Beginn an überlegt werden, wer die Zielgruppe ist. Wo befindet sich diese? Welche Sprache spricht diese? Muss der Shop auf Deutsch sein, oder ist Englisch notwendig? Sind überhaupt mehrere verschiedenen Sprachen notwendig? Können alle Produkte in alle Länder verkauft bzw. geliefert werden? Wird darauf erst im laufenden Betrieb gedacht, kann es möglicherweise sein, dass das verwendete Shop-System diese Möglichkeiten gar nicht optimal unterstützt.

10. Referenzen / Bewertung

Für einen Shop spielt Vertrauen eine große Rolle. Immerhin werden persönliche Daten wie die vollständige Anschrift – als auch Zahlungsdaten angegeben. Eine Möglichkeit, Vertrauen zu schaffen, ist, die Möglichkeit der Produktbewertung anzubieten. Hier können Käufer die Produkte bzw. das Unternehmen bewerten, und so Erfahrungen für potentielle Neukunden schildern. So kann vor allem für Shops, die den Interessenten noch unbekannt sind, ein wenig Sicherheit vermittelt werden.

12. Design und Corporate Identity

Oftmals kommen fertige Shop-Systeme zum Einsatz. Um für den Kunden einen Wiedererkennungswert und Stärkung der eigenen Marke zu schaffen, ist es notwendig, das Shop-Design entsprechend des restlichen Firmenauftrittes – die Corporate Identity – anzupassen. Dadurch wird Vertrauen geschaffen, da der Shop klar als Teil des Online-Auftrittes des Unternehmens wahrgenommen werden kann.

13. Versandkosten

Die Konkurrenz der Online-Shops wird nach und nach immer größer – auch Diensten wie Amazon Prime, über dem Bestellungen versandkostenfrei bestellt werden können, erfreuen sich großer Beliebtheit. Ein immer häufigeres Verkaufsangebot ist, die Ware versandkostenfrei zu versenden. Hier kann überlegt werden, ob dies für den eigenen Shop ebenso eine Option ist. Eine Möglichkeit zur Kostendeckung ist hier, die Versandkosten bereits in den Verkaufspreis einzurechnen.
Ebenso ist es beispielsweise möglich, den Versand ab einer bestimmten Mindestbestellmenge gratis abzuwickeln.

14. Marketing

Was wäre ein Shop, ohne Besucher und somit ohne Kunden? Um neue Interessenten zu finden, gibt es mehrere Möglichkeiten. Meistens ist ein Mix aus Content-Marketing, Suchmaschinen-Optimierung und –Werbung und Social Media optimal. Beim Content-Marketing werden (interessante) Inhalte, wie Videos oder Artikel angeboten, die Besucher auf die eigene Webseite holen. So kann sich eine Stammleserschaft aufgebaut werden, die (hoffentlich) auch Kunden sind oder werden. Über Suchmaschinenoptimierung, oder maßgeschneiderte Suchmaschinenwerbung, kann die Sichtbarkeit in den Suchmaschinen drastisch erhöht werden. In heutiger Zeit sind ebenso soziale Medien, sowohl über organische als auch bezahlte Beiträge, eine wichtige Besucherquelle. Hierbei kann auch eine starke Kundenbindung geschaffen werden.

15. Testen

Für einen Kunden ist nichts enttäuschender, als wenn nach Eingabe aller Daten beim Bezahlen ein Fehler im Shopsystem den Bestellabschluss verhindert. Daher ist es unbedingt notwendig, den Bestellvorgang vor dem Go-Live in allen nur erdenklichen Varianten und Geräten durchzuspielen und zu testen. Ebenso sollten diese Tests regelmäßig – vor allem nach Updates – vorgenommen werden.

17. Rechtliche Anforderungen

Im Vergleich zu einer einfachen Online-Präsenz, kommen bei einem Webshop neben der üblichen Impressumspflicht und vollständigen Datenschutzerklärung, weitere Notwendigkeiten hinzu. Relevant ist hier vor allem, dass es sich im Vergleich zu einem Kauf vor Ort, um ein Fernabsatzgeschäft handelt. Damit einhergehen verschiedene Informationspflichten, wie zum Beispiel Informationen bezüglich Widerrufsrecht, Zahlungs- und Lieferbedingungen. Allgemeine Geschäftsbedingungen können hier ebenso eine Rolle spielen. Um einen rechtlich sicheren Shop betreiben zu können, empfiehlt sich vorab eine rechtliche Beratung.

Achtung Förderung

Derzeit gibt es von der Wirtschaftskammer Oberösterreich für oberösterreichische Unternehmen die Möglichkeit, eine Förderung zur Umsetzung eines Webshops zu beantragen. Nähere Informationen dazu gibt es hier.

[1] https://sites.google.com/site/glinden/Home/StanfordDataMining.2006-11-28.ppt

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Über den Autor:
Philipp Doblhofer
Philipp Doblhofer
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Die Leidenschaft an Software- und Webentwicklung ist bei Philipp seit über 10 Jahren ungebrochen. Bereits während dem Studium an der TU Wien gründete er ein Einzelunternehmen, welches individuelle Softwareentwicklung anbot. Aus einer langjährigen geschäftlichen Partnerschaft hat sich daraus schlussendlich die Agentur codeaware GmbH entwickelt.

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